| Fachausdrücke im Schiffswesen |
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| Geschrieben von: Erwin I. Amrein |
| Montag, den 29. August 2005 um 22:48 Uhr |
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Wie bei jedem Gewerbe, hat sich auch bei demjenigen des Seemanns eine eigene Sprache herausgebildet. Für den Binnenländer tönen solche Redensarten fremdartig. Sie sind jedoch Sprachgut, von den in frühen Zeiten führenden Seenationen, England, Holland, Deutschland usw. Auch wir als Modellbauer, werden sogar oft mit solchen Redensarten konfrontiert. Natürlich kennen die Meisten Modellisten einige Ausdrücke, doch bin ich Überzeugt, dass fast jeder von uns etwas finden wird, was er oder sie noch nicht gewusst hat. Rechts und links sagen, könnte leicht zu Verwechslungen mit unter Umständen bösen Folgen Anlass geben. Neigt sich ein Schiff zur Seite, so krängt es über. Neigung bedeutet Krängung. Die schaukelnde Bewegung eines Schiffes in der Längsachse, bei Seegang, heisst rollen oder schlingern. Stampfen, wenn sie um die Querachse vor sich geht. (Diese Begriffe habe ich dummerweise umgekehrt gelernt.) Die Tiefe bis zur untersten Kante im Wasser nennt man Tauchung. Die Linie, bis zu der das Schiff laut Bauplan ins Wasser eintauchen darf ist die Konstruktionswasserlinie. Die einzelnen Stockwerke in welches ein Schiff unterteilt ist, beziehungsweise die Fussböden, nennt man Decks. Nicht zu Öffnende runde Fenster, Über der Wasserlinie sind, Bullaugen. Fenster in den Bordwänden zum Öffnen sind Seitenlichter. Öffnungen in den Decks sind Luken. Sie sind meistens gegen Unwetter abdeckbar. Will man ein Tau entgegen nehmen, spricht man von Ende, z.B. “wirf mir ein Ende zu.” Geht es um ordentliches aufrollen eines Taus, so schiesst man es auf. Möchte man ein Tau vorübergehend befestigen, so belegt man es an einer Belegklampe oder an einem Pölier (Poller heute.) Will man das Tau irgendwo anbinden, macht man einen Stich. Das Steuerruder heisst einfach Ruder. Hingegen was man im Binnenland Ruder nennt, sind Riemen. Man Rudert nicht sondern man rojt oder man pullt. Die Ausläufer von stangen- oder balkenförmigen Bauteilen, oder mit dem Schiff, wenn auch nur lose, verbundenen Ausrüstungsstücken, heissen Toppen, wenn der Bauteil senkrecht steht, wie die Masten und ihre Verlängerungen, die Stengen. Nocken, wenn sie annähernd waagrecht zum Deck verlaufen. So haben Rahen, die heute nicht mehr Segel tragen, sondern nur Signalleinen und Antennen für die Funkstation, keine Toppen, sondern Nocken. Winden nennt man Spille. Die Ankerwinde ist das Gangspill. Hier bürgert sich das Wort Winde immer mehr ein. Ein Beispiel für die langsame, jedoch stetig fortschreitende Veränderung, teilweise auch Verdrängung, der alten aus der Zeit des Segel- und Holzschiffbaues stammenden Ausdrücke. Für die maschinelle Einrichtung sind die sonst in der Technik gebräuchlichen Bezeichnungen üblich. Allerdings kann man feststellen dass für die meisten technischen Teile englische Namen Verwendung finden. |
| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 14. Januar 2010 um 22:08 Uhr |














