| 1857 Stapellauf der "Great Eastern" |
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| Geschrieben von: Erwin I. Amrein | |||
| Dienstag, den 06. September 2005 um 02:54 Uhr | |||
Zum ersten Mal wurde ein Schiffsrumpf auf einer Querhelling gebaut. Jedoch das grosse Ablaufgewicht von rund 11000 t, und der dadurch bedeutende Flächendruck, bewirkte ein Nachgeben des Baugrundes, so dass der Koloss nach der Schiffstaufe nicht selber ins Wasser rutschte. Vom 6. November 1857 bis zum 30. Januar 1858 musste der gigantische Schiffsrumpf mühsam ins Wasser der Themse gedrückt werden. Leider gab es bei diesem Manöver auch Todesfälle. Die enormen Zusatzkosten, welche durch Zeitverlust und das ins Wasser setzen des Schiffes entstanden, brachten die Gesellschaft der Geldgeber in den Konkurs. Die Mehrkosten von damals 600‘000 Mark konnten nicht mehr verkraftet werden. Ing. John Scott Russell bildete eine neue Gesellschaft, kaufte die „Great Eastern“ für 3‘200'000 Mark. Ing. I.K. Brunel wurde von seinem Projekt ausgeschlossen. Überarbeitet und krank musste sich Ing. I.K. Brunel von seinem Lebenswerk zurückziehen. Unter der Leitung von John Scott Russel wurde die „Great Eastern“ für die Jungfernfahrt vorbereitet.
Bei kurzen Probefahrten mit dem neuen Schiff kam es wegen unsachgemässer Bedienung der Dampfanlage zu einer grossen Explosion, wobei das vorderste Kamin auf das Deck geschleudert wurde. Vier Heizer haben den schrecklichen Unfall nicht überlebt. ![]() Nachdem man Ing. I.K. Brunel diese Schreckensnachricht meldete, starb er mit erst 53 Jahren. Kein Mensch vor oder nach ihm hat mit so vielseitigen Spitzenleistungen sein Leben beschliessen können. Er war ein Gigant.
Am 17. Juni 1860 fand die Jungfernfahrt nach den USA statt, und zwar von Southampton nach Sandy Hook, wo man am 28. Juni, also nach 11 Tagen, ankam. Die grösste Schiffsgeschwindigkeit war mit 14½ Seemeilen pro Stunde = 26,85 km/h über Erwarten gut. Doch schon auf der vierten Seereise lief das Schiff vor New York auf ein Felsenriff und hatte die äussere Schiffshaut auf einer Länge von 26 m aufgerissen. (Ein ähnlicher Schaden wie bei der Titanic 1912). Auch hier könnte bei dem grossen Eisenschiff eine Kompassfehlweisung, bedingt durch magnetische Einwirkungen des Schiffskörpers, den Kapitän getäuscht haben. Solche Eigenschaften wurden erst später erkannt und nach Möglichkeit korrigiert. Taucher mussten die Schiffshaut der „Great Eastern“ reparieren, denn ein Trockendock für diese Schiffsgrösse gab es noch nicht. Die Unterwasserreparatur kostete 90'000 Mark. Das Schiff musste wieder verkauft werden.
Erst nachdem sich die „Great Eastern“ als Kabelleger beim Legen des Atlantik-Telegrafenkabels ausgezeichnet bewähren konnte, wurde das bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts grösste Schiff 1888 auf Abbruch verkauft.
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 06. September 2005 um 02:55 Uhr |















