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Bauvorschläge für den Modellbauer PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Erwin I. Amrein   
Dienstag, den 06. September 2005 um 03:19 Uhr

Bauvorschläge für den Modellbauer

Transport-Gewichts und Platzprobleme beschränken den Modellbauer meistens, grössere Schiffe zu bauen.

Oft gebaute Modelldampfschiffe sind Barkassen. Sie sind vom Aufbau her in der Regel sehr zugänglich, gut überschaubar für die Bedienung und präsentabel im Aussehen.

Die grossen Originalvorbilder haben meistens gut sichtbare Dampfmaschinen, so dass man mit einer käuflich erworbenen Modelldampfmaschine viel Kompromisse eingehen muss. Eine Originalnachbildung ist darum aus genannten Gründen im Bauaufwand sehr gross und kostenaufwändig.

Im Schiffsmodellbau hat sich die offene gut zugängliche Modellbarkasse nach vorbildähnlichem Baustil durchgesetzt.

Viel Kupfer und Messing darf glänzen, und es muss nicht unbedingt massstabsgetreu sein, doch sollte alles gut funktionieren.

Jedoch einen Fehler, den ich bei solchen Modellen immer wieder antreffe, sollte vermieden werden.

Wenn gut sichtbares Aluminium zur Verarbeitung der technischen Teile verwendet wird, sollte es eingefärbt oder schwarz eloxiert sein.

Zur Zeit der Dampfbarkasse hatte der deutsche Kaiser als einziger einen Fingerring aus Aluminium und dieser kostete fast ein Vermögen. (Leicht zu tragen war dieser Ring, doch die schwarz gewordenen Finger passten nicht zum Kaiser.)

Vier aussergewöhnliche jedoch interessante Modellbauvorschläge möchte ich unterbreiten, mit welchen man diese Barkassenklasse etwas auflockern könnte.

  1. Ein attraktives Paddelschiff, wie es von John Fitch im Original gebaut und gefahren wurde, sich jedoch nicht einführen konnte.



    Ein solches Modell würde mit einer einfacheren käuflichen Modelldampf-Maschine angetrieben, ein effektvolles Bild abgeben und von seinem Erbauer einiges an Können abverlangen.

  2. Die von mir beschriebne Archimedes mit ihrer speziellen Spiralschiffs-Schraube.Sie ist schon von der geschichtlichen Betrachtung her wert, auch im Dampf-Modellversuch vorgeführt zu werden.

  3. Die „Clermont“ von Fulton.
    Von diesem Schiff gibt es in den Museen auch Ausstellungsmodelle zu sehen.
    Als erster rentabler Raddampfer sollte ein solches Boot auch unter uns Modellbaufreunden vertreten sein.

  4. Ein frühes geschichtlich interessantes Schweizer-Dampfboot.
    Solche Nachbildungs-Modelle sind vom baulichen Aufwand her gesehen noch im normalen Rahmen.
    Unsere Schweizer-Buchautoren: E. Liechti, J. Meister, J. Gwerder und C. Jeanmarie, liefern Zeichnungen, Photos, Daten und Masse, von unseren heute teilweise verschwundenen Originaldampf-Booten.
    Für Sondervorführungen an Vereinsanlässen ist es sehr von Vorteil, wenn sich für interessante Vorschläge mehrerer Modellbauer zu Aktionsgruppen zusammenfinden könnten.

    _________________

    1. Vorschlag für eine kleinere Gruppe:
    Ein Seilziehen wie es 1845 mit dem Schraubendampfer „Rattler“ und dem Räderschiff „Alecto“ stattgefunden hatte.
    Selbst wenn die Verhältnisse der Schiffe nicht ganz stimmen würden, fürs Publikum wäre es sicher interessant.

    2. Vorschlag für eine mittlere Gruppe:
    Telegraphiekabel wurden durch Flüsse, Meeresarme und wenig später durch alle Meere der Erde gelegt. Kleine Kabelschiffe mit einfachen Kabelrollen auf dem Deck, wie auch grosse Schiffe mit abgelegten Kabeln im Schiffsinnern, alles wurde gebaut.

    Ein Dampfmodell-Kabelschiff könnte innert 15 Minuten ein richtig funktionierendes Telegraphenkabel durch ein Schwimmbad legen.
    An jedem Beckenrand würde eine Telegraphie-Station mit Morsetaste und Summer eingerichtet.
    Wenn die Zuschauer ein SOS Telegramm über die neu verlegte Telegraphenlinie im Lautsprecher hören könnten, müsste man es bestimmt nicht extra auffordern , diesen technischen Geschichtsbeitrag zu beklatschen.

    3. Vorschlag für eine grössere Gruppe:
    Ein Dampfschaufelrad-Fährschiff.
    Schon in frühen Dampfzeiten hatte es Fährschiffstransporte gegeben. Die kleine Schweiz hat heute noch solche Schiffe auf dem Bodensee, welche Eisenbahnwagen aufnehmen können.
    Um ein solches Fährschiff-Projekt auszuführen, währe mein Vorschlag den Schiffskörper aus drei Teilen herzustellen.
    Für das Andocken des Fährdampfers müsste man eine bewegliche Auflaufbrücke konstruieren, die auf einem schwimmenden Ponton aufliegen könnte.

    Während der Publikums-Vorführung sollte das Fährschiff einen Eisenbahnzug aufnehmen oder an Land abgeben können.

    Das Erfolgserlebnis einer solchen Gruppe dürfte für jeden einzelnen Modellbauer riesengross sein.

    Erwin I. Amrein
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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 06. September 2005 um 03:19 Uhr
 
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