Bauvorschläge für den Modellbauer
Transport-Gewichts und
Platzprobleme beschränken den Modellbauer meistens, grössere Schiffe zu bauen.
Oft gebaute
Modelldampfschiffe sind Barkassen. Sie sind vom Aufbau her in der Regel sehr zugänglich,
gut überschaubar für die Bedienung und präsentabel im Aussehen.
Die grossen Originalvorbilder
haben meistens gut sichtbare Dampfmaschinen, so dass man mit einer käuflich
erworbenen Modelldampfmaschine viel Kompromisse eingehen muss. Eine
Originalnachbildung ist darum aus genannten Gründen im Bauaufwand sehr gross
und kostenaufwändig.
Im Schiffsmodellbau hat sich
die offene gut zugängliche Modellbarkasse nach vorbildähnlichem Baustil
durchgesetzt.
Viel Kupfer und Messing darf
glänzen, und es muss nicht unbedingt massstabsgetreu sein, doch sollte alles
gut funktionieren.
Jedoch einen Fehler, den ich
bei solchen Modellen immer wieder antreffe, sollte vermieden werden.
Wenn gut sichtbares Aluminium
zur Verarbeitung der technischen Teile verwendet wird, sollte es eingefärbt
oder schwarz eloxiert sein.
Zur Zeit der Dampfbarkasse
hatte der deutsche Kaiser als einziger einen Fingerring aus Aluminium und dieser
kostete fast ein Vermögen. (Leicht zu tragen war dieser Ring, doch die schwarz
gewordenen Finger passten nicht zum Kaiser.)
Vier aussergewöhnliche
jedoch interessante Modellbauvorschläge möchte ich unterbreiten, mit welchen
man diese Barkassenklasse etwas auflockern könnte.
- Ein attraktives Paddelschiff, wie es von John Fitch im Original gebaut und
gefahren wurde, sich jedoch nicht einführen konnte.

Ein solches Modell würde mit einer einfacheren käuflichen
Modelldampf-Maschine angetrieben, ein effektvolles Bild abgeben und von
seinem Erbauer einiges an Können abverlangen.
-
Die von mir beschriebne Archimedes mit ihrer speziellen
Spiralschiffs-Schraube.Sie ist schon von der geschichtlichen
Betrachtung her wert, auch im Dampf-Modellversuch vorgeführt zu werden.
-
Die „Clermont“ von Fulton.
Von diesem Schiff gibt es in den Museen auch Ausstellungsmodelle zu sehen.
Als erster rentabler Raddampfer sollte ein solches Boot auch unter uns Modellbaufreunden vertreten sein.
-
Ein frühes geschichtlich interessantes Schweizer-Dampfboot.
Solche Nachbildungs-Modelle sind vom baulichen Aufwand her gesehen noch im normalen Rahmen.
Unsere Schweizer-Buchautoren: E. Liechti, J. Meister, J. Gwerder und C.
Jeanmarie, liefern Zeichnungen, Photos, Daten und Masse, von unseren
heute teilweise verschwundenen Originaldampf-Booten.
Für Sondervorführungen an Vereinsanlässen ist es sehr von Vorteil, wenn
sich für interessante Vorschläge mehrerer Modellbauer zu Aktionsgruppen
zusammenfinden könnten.
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1. Vorschlag für eine kleinere Gruppe:
Ein Seilziehen wie es 1845 mit dem Schraubendampfer „Rattler“ und dem Räderschiff „Alecto“ stattgefunden hatte.
Selbst wenn die Verhältnisse der Schiffe nicht ganz stimmen würden, fürs Publikum wäre es sicher interessant.
2. Vorschlag für eine mittlere Gruppe:
Telegraphiekabel wurden durch Flüsse, Meeresarme und wenig später durch
alle Meere der Erde gelegt. Kleine Kabelschiffe mit einfachen
Kabelrollen auf dem Deck, wie auch grosse Schiffe mit abgelegten Kabeln
im Schiffsinnern, alles wurde gebaut.
Ein Dampfmodell-Kabelschiff könnte innert 15 Minuten ein richtig funktionierendes Telegraphenkabel durch ein Schwimmbad legen.
An jedem Beckenrand würde eine Telegraphie-Station mit Morsetaste und Summer eingerichtet.
Wenn die Zuschauer ein SOS Telegramm über die neu verlegte
Telegraphenlinie im Lautsprecher hören könnten, müsste man es bestimmt
nicht extra auffordern , diesen technischen Geschichtsbeitrag zu
beklatschen.
3. Vorschlag für eine grössere Gruppe:
Ein Dampfschaufelrad-Fährschiff.
Schon in frühen Dampfzeiten hatte es Fährschiffstransporte gegeben. Die
kleine Schweiz hat heute noch solche Schiffe auf dem Bodensee, welche
Eisenbahnwagen aufnehmen können.
Um ein solches Fährschiff-Projekt auszuführen, währe mein Vorschlag den Schiffskörper aus drei Teilen herzustellen.
Für das Andocken des Fährdampfers müsste man eine bewegliche
Auflaufbrücke konstruieren, die auf einem schwimmenden Ponton aufliegen
könnte.
Während der Publikums-Vorführung sollte das Fährschiff einen Eisenbahnzug aufnehmen oder an Land abgeben können.
Das Erfolgserlebnis einer solchen Gruppe dürfte für jeden einzelnen Modellbauer riesengross sein.
Erwin I. Amrein
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